Das letzte Mal in Finsterkamnitz…
Montag. Wieder Montag. Der Bus hält, die Jacken riechen nach kaltem Rauch und feuchtem Herbst, und irgendwo knarzt eine Tür, die schon zu DDR-Zeiten hätte repariert werden sollen. Die Tafel ist grau. Die Wände rissig. Draußen hängt Nebel über den Halden, als hätte er es aufgegeben, irgendwo hinzuwollen. Finsterkamnitz schläft und seine Träume sind dunkel..
Angies Platz ist leer. Ihre Clique starrt auf den freien Stuhl, und die Schule fühlt sich plötzlich kleiner an. Niemand hat erwartet, dass Ive die entscheidende Spur kennt: Angie war am Sonntag an der Grotte am Teich. Hat dort mit jemandem gesprochen. Und war kurz darauf wie vom Erdboden verschwunden.
Markus der Klassen-Alpha macht unmissverständlich klar, wer hier das Sagen hat – und wer besser die Finger von seiner Clique lässt. Richte will davon nichts wissen. Die Platzwunde über der Augenbraue spricht für sich.
Nach der Schule zieht es alle an den See. Eric möchte immer och Angies Freundinnen helfen, Richte will sich einfach nicht sagen was er zu tun hat und Nox hat vermutlich zuviel Spaß am Ganzen und zwei Flaschen Goldkrone im Gepäck.
Die Grotte liegt am Ufer wie ein alter Zahn. Rostiges Gitter. Rostiges Schloss. Eine verwitterte Tafel: S.K. – verschwunden 1978.
Als Markus die Gruppe sieht, eskaliert es schnell. Ein Holzpfahl. Ein harter Schlag. Markus geht zu Boden – und spürt in diesem Moment etwas an Richte, das er sich nicht erklären kann. Er kriecht davon.
Die Goldkrone geht rum. Kurz hebt sich die Stimmung.
Und dann: ein Grollen. Tief. Kehlig. Von weit unten, aus der Grotte.
Was dort unten wartet – das werden wir heute in der nächsten Runde erfahren. Bei den Schatten von Finsterkamnitz.