Bei seinem Job vor der Tür gibt es immer wieder Leute, die Al Bear vor der Tür Gesellschaft leisten. Meist sind es Nachbarn oder Nachbarn von Nachbarn. In den letzten Monaten gab es allerdings eine Ausnahme davon. Regelmäßig kam eine Botin mit einem kleinen Päckchen zu Rasmus Stergasgk und verließ das Fass ohne Boden nach einiger Zeit wiederum mit einem anderen Päckchen. Bei ihrem zweiten oder dritten Besuch kam die Teiflingdame während der Wartezeit nach draußen, um das Treiben der Söldner auf dem Platz zu beobachten. So lernten sich Khaouria und Al im Laufe der Monate etwas kennen.

Nach einiger Zeit traute sich Al mit ihr, der Außenstehenden, über seinen Wunsch nach Veränderung zu reden. Und schon beim nächsten Mal erhielt er von ihr einen Zettel mit einem Datum und einem Ort im Hafenviertel, an dem er sich einfinden soll.

Also war es nun so weit: Entweder nimmt er diese Gelegenheit wahr oder er wird sich wahrscheinlich nie trauen, ein Leben außerhalb des Jungfernrunds zu suchen. Entschlossen tritt Al auf den Platz und hält nach einem sehr speziellen Gesicht Ausschau.

Diese leicht grünliche Hautfarbe und die spitzen Ohren, nach denen er sucht, gehören Maru-”ich bin doch nur zu einem Viertel Ork”-Sark. Seit geraumer Zeit verbringt sie ihre Tage auf dem Jungfernrund, stets auf der Suche nach einer Anstellung als Wache, Personenschützer oder - so ist es ihr Traum - bei den saphirblauen Händen. Aber so richtig konnte sich noch keiner der Adeligen und Kaufleute, geschweige denn ein Offizier der Stadtwache, für sie begeistern. Dafür wurde sie mehr und mehr in die Gemeinschaft des Viertels aufgenommen und erarbeitete sich Kost und Logie mit Gelegenheitsjobs bei den örtlichen Geschäften.

“Was hältst du davon, wenn ich dich mal meinem Vater vorstelle und du bei uns an der Tür anfängst?” Bei den ersten Worten entglitten Maru die Gesichtszüge fast vollständig. Als Al gewahr wurde, was er gesagt hat, fuhr er schnell fort: “Ich werde in der nächsten Zeit wahrscheinlich nicht mehr jeden Tag da sein. Wir brauchen auf jeden Fall jemanden als Ersatz.”

Al musste nicht viel Überzeugungsarbeit leisten, nur die richtigen Worte finden. Auch sein Vater war von der Idee, Maru als Türsteher einzustellen, mehr angetan, als er gedacht hat - auf jeden Fall wesentlich mehr als von dem Wunsch seines Sohnes, außerhalb der Nachbarschaft sein Glück zu suchen. Aber er gab ihm trotzdem seinen Segen, unter einer Bedingung: Sollte er einmal in einen Interessenkonflikt geraten, muss er sich daran erinnern, dass Blut dicker ist als Wasser - und Jungfernblut kleben bleibt.


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