“Aufstehen, die Sonne geht auf.”, brüllte eine laute Stimme den urbanen Hain zusammen und läutete lautstark eine Handglocke.
“Typ'hoon, raus aus den Federn und antreten zum Frühstück.”, kommandierte eine dunkelhaarige Frau. “Und nach dem Frühstück kannst du mir wieder im Garten helfen. Heute stehen die letzten drei Bohnenbeete auf dem Plan, das Wurzelgemüse muss gepflanzt werden und schau dir danach bitte die Kräuter im Trockenraum an.”
“Rovena, ich muss heute echt dringend in die Stadt .. muss da einer Spur nachgehen .. im Hafen .. bevor sich diese wieder verliert.”, erklärte der Drückeberger. “Ach, hast du einige von diesen Passierzetteln für mich?”
Typ'hoon griff sich dankbar die Passierscheine, nahm etwas Obst als Proviant mit und verließ den urbanen Hain. Lange Zeit schlenderte er gemütlich in der Stadt umher. Schaute sich Märkte an, klebte mit seiner Schnauze an kuriosen Schaufenstern, verlor die eine oder andere Münze an einen seriösen Hütchenspieler und bewegte sich nur langsam Richtung Süden.
“Das Schloss immer rechts behalten und dann kommst du zum Hafen.”, so zumindest hatte Almer ihm den Weg beschrieben.
Die Zeit verstrich, der Tag verging und als die Sonne den Horizont berührte, stand er oben an einer hohen Kaimauer. Erschöpft, hungrig aber glücklich wie seit Tagen nicht mehr. Er zog seine Lumpen aus, versteckte seine Sachen, nahm Anlauf und sprang mit einem fröhlichen “Jippieh” ins Meer.
Das Wasser war erfrischend kühl, roch aber nach vergammelten Fisch und Exkrementen. An der Oberfläche bildete sich eine ölige Schicht und undefinierte Klumpen aus Algen und Abfällen trieben umher.
Als die Sonne gänzlich verschwunden war, entschied sich Ty’phoon die lange Kaimauer zurück zu schwimmen. Ein lauter Platscher wenige Meter entfernt und panisches Gurgeln änderten seine Pläne.
“Sachte, sachte..”, redete er auf die ertrinkende Person ein. “Keine Panik, ich hab dich .. atemen .. atemen ..” Der Tabaxi umklammerte den zierlichen Oberkörper eines jungen Goblins und mit kräftigen Tritten trieben die Beiden auf dem Rücken in Richtung eines Stegs.
Keuchend kletterte der Goblin die Leiter hinauf, gefolgt von dem weitaus größeren Tabaxi.
“Da..danke sehr”, hustete der Goblin.
“Kein Ding. Hast echt Glück gehabt, dass ich gerade baden war.”, grinste Ty’phoon.
“Baden? Bist du irre?! Wer geht denn bitte freiwillig in der versifften Hafenbucht baden..”, starrte der Goblin den Tabaxi an.
“Joujou .. ich hatte ganz schön Sehnsucht nach der See. Manchmal überkommt es mich einfach und ich springe ins Wasser.”, erklärte die nasse Katze. “Hier kann ich mich treiben lassen und das Chaos in meinem Kopf sortieren. Und was ist deine Ausrede?”
“Meine? Als ob ich eine Wahl hatte ..”, grummelte der Goblin. "Eine Gruppe Halbstarker haben mich über das halbe Viertel verfolgt und mich dann in die Enge getrieben. Da hieß es nur rein ins Wasser oder Haue kassieren.”
“Ahh.. die Sorte kenne ich.”, seufzte Ty'phoon. “Ich bin Typ'hoon”
“Ich heiße Zeenk.”, stellte sich der Kleine vor.
“Thank?”, fragte Typ'hoon.
“Zeenk!”, korrigierte Zeenk.
“Wie schreibt man das? Mit einem Z?”, hackte der Tabaxi nach.
“Keine Ahnung .. ich kann nicht schreiben”, gab Zeenk zu.

