Am nächsten Tag wachte Ty'phoon erst spät am Nachmittag auf. Verkatert vom letzten Abend und verkrampft von der undenkbar unbequemen Kopf-Auf-Dem-Biergartentisch-Schlafposition stand er auf, streckte und schaute sich um. Das Gewusel ist nicht weniger geworden, die Teilnehmer aber um einiges jünger. Kinder und Jugendliche spielten und machten Unsinn. Dazwischen gingen Erwachsene ihren täglichen Beschäftigungen nach. Wo gestern gefeiert wurde, standen jetzt improvisierte Gerätschaften. Goblins hämmerten und sägten unter einem permanenten Mantel verbalen Gemotzes. Ein anderes Grüppchen von etwa zwanzig Goblins saß im Kreis und fummelte an etwas herum.
“Was tun die da?”, fragte Typ'hoon sich selbst.
“Die kna.. kna.. knacken Nüsse.”, antwortete jemand auf die Frage.
Ty'Phoon drehte sich um und schaute auf den Rücken eines Goblins, der gerade in dem Wagen der Garküche etwas zubereitete.
“Warum?”, wollte der Tabaxi wissen.
“Der D.. D.. Daumen sagt sie so.. so.. sollen Nüsse knacken.”, sagte der Unbekannte.
“Etwa den ganzen Tag?”
“Ganzen T.. T.. Tag, jeden T.. T.. Tag, bis die Nüsse alle sind. D.. D.. Dann etwas anderes.”, erklärte der Koch.
“Ouh Mann, krass ey. Ich bin Typ'hoon und wer bist du? Habe dich gestern hier gar nicht gesehen.”, wollte Ty'phoon wissen.
“War arbeiten. Ich heiße Ch.. Chop Chop.”, stellte sich der junge Goblin vor.
“Hat er dich gestern stark durch die M.. M.. Mangel genommen? Das macht er mit Jedem.”, fragte Chop-Chop.
“Zeenk?”
“G.. G.. Gosb.”
“Nope, er war echt nett.”, antwortete Ty'phoon.
“N.. N.. Nett?! Er ist nie n.. n.. nett.”, behauptete Chop-Chop. “Dann hast du wohl Ein.. Ein.. Eindruck hinterlassen und er m.. m.. mag dich.”
“Ich mag ihn auch, der ist irgendwie lustig.”, betätigte Ty'phoon. “Was meinst du mit ‘Arbeiten’?”
“Bin K.. K.. Koch und helfe in der Kü.. Kü.. Küche aus.”, antwortete Chop-Chop.
“Draußen in der Stadt, meinst du?”, fragte Typ'hoon nach.
"Nein, draußen außerhalb des Ha.. Ha.. Hafenviertel meine ich. Wir alle haben hier den einen oder anderen ‘J.. J.. Job’, aber meistens hier in der Ge.. Ge.. Gegend.”, erklärte Chop-Chop.
“Ich ar.. ar.. arbeite im ‘gerupften Suppenhuhn’ und bringe immer etwas Essbares für die K.. K.. Kommune mit. Es ist so ein an.. an.. angesagter Etepetete-Schnösel-Laden. Die haben einen gegrillten Drachen als Wa.. Wa.. Wappen und finden das wohl lustig.”
“Wie kommst du an den Checkpoints vorbei?”, wollte Ty'phoon wissen.
“Verkleidet und sch.. sch.. schnell.”, lautete die Antwort. “Wenn die Wachen uns entlarven, vergleichen sie uns mit streunenden Hu.. Hu.. Hunden. Meistens sind wir ihnen den Ärger nicht w.. w.. wert.”
“Sie nehmen keine Goblins fest?”, fragte Typ'hoon durchaus interessiert.
“D.. D.. Doch, gewaltsam, aber dann freuen wir uns über eine warme M.. M.. Mahlzeit im Knast.”, schmunzelte Chop-Chop. “H.. H.. Hunger?”
“Immer!”, gab Ty'phoon zu.
Chop-Chop schob einen Schlüssel mit herrlich duftender Nudelsuppe über den Tresen.
“Duuuude!! Die ist erstaunlich!”, kommentierte der ausgehungerte Tabaxi. “Was ist da alles drin?”
“Das w.. w.. willst du nicht wissen!”, grinste Chop-Chop breit über beide Ohren.

Ty’Phoon
Chop-Chop
Das gerupfte Suppenhuhn
Fischgrund