“Geburtstagsparty!!!”, schrie jemand und durchbrach die Stille des Abends. Interessierte Köpfe sondieren die Lage und von überall her kletterten Einwohner aus ihren Behausungen heraus. Wie ein Strom kleiner Ameisen mit Fackeln wanderten Kolonnen von Goblins zum Mittelpunkt des Baus und versammelten sich zwischen den beiden Brennöfen. Fröhliche Musik ertönte und leckerer Duft verbreitete sich in der Luft.

Ty'Phoon schwang sich aus seiner Hängematte und rutschte ein schräges Abspannseil herunter. Er gratulierte den Geburtstagskindern, schnappte sich was zu Futtern und schaute sich in der Menge um.

“Jetzt zu den wichtigen Sachen.”, kündigte Zeenk an, als er plötzlich aus dem Nichts auftauchte. “Ich stelle dir Chop-Chop vor. Er ist ein meisterhafter Koch. Wenn du noch keines seiner Gerichte gegessen hast, dann hast du noch nicht gelebt! Aber er ist ein wenig ..”, Zeenk schaute sich um und machte eine kreisende Bewegung neben seinem Kopf. “.. irre mit einem total nervösen Tick. Das kommt vermutlich vom intensiven Umgang mit Menschen. Er ist der Einzige hier, der einen festen Job draußen hat.”

Ty'Phoon hielt Zeenk wortlos das Töpfchen im Tragenetz vors Gesicht.

“Ahh, verstehe .. und wie ich sehe hat er hat dich bereits für seine Auslieferungen eingespannt.”, kommentierte Zeenk.

“Was hast du heute angestellt? Ich habe dich den ganzen Tag nicht gesehen?”, fragte Typ'hoon als die Beiden sich an den Aufstieg zu den obersten Ebenen machten.

“Ach dies und das, ich bin Kundschafter und halte im Viertel Ausschau.”, antwortete der Goblin.

“Ausschau nach was?”, hackte der Tabaxi nach.

“Ankommenden Schiffen, Warenlieferungen, Händlern, schwarzen Brettern mit angesagten Sachen, verlorenen Geldbeuteln, Ärger .. na nach allem, was interessant ist halt.”, erzählte Zeenk.

“Und was interessantes gefunden?”, erkundigte sich Ty'phoon.

“Nee überhaupt nicht. Das ist sehr ungewöhnlich, als ob dem Viertel etwas Großes bevorsteht.", offenbarte Zeenk. “Wir sind da.”

Zeenk klopfte an die aus Stroh geflochtene runde Tür. Das ganze Häuschen bestand ausschließlich aus geflochtenem Stroh und erinnerte an einen großen Korb. Mit den vielen gespannten Seilen zu allen Seiten wirkte die Unterkunft weit oben in der Luft wie ein gewaltiger Spinnenbau.

“Darf ich vorstellen: Srahee, sie hat hier mit Abstand die meiste Ahnung vom übernatürlichen Hokuspokus.”, stellte Zeenk ein junge Dame in der Tür vor.

“Freut mich sehr!”, sagte Ty'phoon und reichte ihr die Pfote.

“Hallo Ty'phoon”, antwortete Srahee und ließ ihr zartes Händchen schütteln.

“Kannst du etwas besonderes?”, fragte sie.

“Also, ich schwitze gerne .. schnitze!! .. ich schnitze gerne”, versprach sich Ty'phoon. “und.. und ich kann schwimmen.”

“Bist’n Arsch!”, unterbrach Zeenk ihn und knuffte den Tabaxi in den Arm.

“BRINGST du etwas besonderes?”, wiederholte Srahee die Frage und rollte angesichts des unreifen Verhaltens mit den Augen. Sie griff sich das Töpfchen mit dem Essen und schloss die Tür.

“Sie ist nicht die gesprächigste..”, tuschelte Ty'phoon leise, als sie einige Schritte weit weg waren.

“Nicht die gesprächigste?!”, wiederholte Zeenk fassungslos und blieb stehen. “Sie hat deinen Namen genannt!! Ich habe sie noch nie .. und ich meine WIRKLICH NOCH NIE etwas sagen hören! Bei KEINEM der Anderen!”

“Ich kann halt gut mit Leuten”, kommentierte Ty'phoon grinsend. “.. aber warum ist sie denn blau?!”

“Das weiß niemand.”, antwortete Zeenk. “Aber die aktuell wahrscheinlichste Theorie ist: die saphirblauen Hände haben an ihr herum experimentiert .. liegt doch nahe, oder? Und .. und sie leuchtet im Dunkeln!"

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Srahee


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