Weit im Süden, fernab des Einflusses der grossen Metropolen und des Griffes der Jahreszeiten, lag ein kleines Dörfchen in einer kleinen Bucht tief im Dschungel. Die feuchte, stickige Luft bereitete den Einheimischen keinerlei Unbehagen. Sei es das dichte Fell oder etliche Gelegenheiten, die Kühle der See zu genießen.

“Ty’phoon!!!”, rief eine junge Tabaxi. “Ty’phoon, wo steckst du denn schon wieder?!”

T'kalira lief durch das Dorf. Sie ging in die Hocke und schaute unter der Allee von Beerenbüschen. “Stibitst du wieder Gemüse?”, rief sie und tastete mit ihrem Blick die angelegten Beete des Gemeinschaftsgartens ab.

“Ty’phoon, nun komm jetzt bitte, wir müssen uns fertig machen!”, wiederholte sie zum gefühlt hundertsten Mal .. allein in den letzten zehn Minuten.

“Nur noch eine letzte Welle.”, schrie Ty’phoon seiner am Strand wartenden Mutter entgegen, drehte sich um und paddelte ein weiteres Mal hinaus. Das Tabaxi Kind saß in einem winzigen Kanu. Der stabilisierende Ausleger war abgebrochen und wurde am Strand zurückgelassen.. sehr zum Missfallen seiner Mutter. Er paddelte hinaus, drehte um und wartete. Aufmerksam beobachtete er die nächste Welle. Mit einigen gut platzierten Paddelhieben setzte er sein Kanu vor die Welle. Angestachelt durch die auf ihm ruhenden Augen seiner Mutter stellte er sich auf.

“Ich kann's auch im stehen!”, waren seine letzten Worte bevor die Welle das Kanu verschluckte, es zermalmte, alles in eine Mischung aus Stöcken, Leder und Tabaxi verwandelte und an den Strand wieder auskotzte.

Das Entzsetzen im Blick von T'kalira wich blanker Panik und veränderte sich zu purer Wut als sie den unverletzten Ty’phoon am Strand entdeckte.

Sie griff nach der tropfnassen Pfote ihres Sohnes und zerrte ihn vom Strand.

“Junger Mann! Du weißt ganz genau welcher Tag heute ist. Und anstatt wie alle anderen Kinder sich vorzubereiten und die Gebetsmantras zu rezitieren veranstaltet du diesen Unsinn!!”, schimpfte die junge Mutter. “Der Hohepriester besucht das Dorf nur einmal im Jahr und es ist eine besondere Ehre. Was soll er denn nur von uns halten?!”

“Die Wellen sind aber gerade besonders gut..”, murmelte das Kind.

“Wie war das gerade?!”, die empörte Mutter blieb stehen und schaute das trockene Fell des jungen Tabaxis von Kopf bis Fuß an. “Hast .. hast du dich gerade hin und her verwandelt um dein Fell zu trocknen???”

“Nein..”, antwortete Ty’phoon während er verlegen den Blickkontakt vermied.

Die Mutter blickte durch die leeren Dorfstraßen. “Du weißt doch wie gefährlich das ist .. gerade wenn Fremde in unserem Dorf sind.”

“Ich hab nichts gemacht!”, protestierte das Kind.

Die Mutter seufzte.

“Geh dich jetzt umziehen”, kommandierte sie und schob ihren Sohn durch die Tür ihres Hauses. “Und die Sache mit dem Boot hat noch ein Nachspiel …”, rief sie hinterher.

“Die sind einfach nicht stabil genug.”, ertönte es aus dem hinteren Zimmer.

“KLÄRE DAS MIT DEINEM VATER”, brüllte T'kalira genervt zurück.


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